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SpO2-Messung mit der Smartwatch

Sp02-Messung: Bei den Smartwatches und Fitness Trackern zeichnet sich gerade ein neuer Trend ab. Aktuell werden viele Wearables mit einer Funktion zur Messung der Sauerstoffsättigung des Blutes ausgestattet. Dabei ist diese Funktionalität für viele Nutzer wirklich interessant. Wir erklären, wie die sogenannte SpO2-Messung (Pulsoximetrie) überhaupt funktioniert.

Die Bezeichnung SpO2 steht für die periphere Sauerstoffsättigung. Dazu wird eine spezielle Technik eingesetzt, die die Sauerstoffmenge im Blut annähernd ermittelt. Dazu muss kein direkter Kontakt zum Blut bestehen. Viele Hersteller von smarten Geräten (z.B. Smartwatch, Fitness Tracker oder Fitness Ringen) haben bereits erste Modelle vorgestellt, die mit den integrierten Sensoren eine Messung der Sauerstoffsättigung durchführen können.

Zudem stehen weitere neue Geräte in den Startlöchern, die ebenfalls eine SpO2 Messung anbieten. Dazu gehört beispielsweise die neue Apple Watch Serie 6 oder die ScanWatch von Withings. Auch die Anbieter Fitbit und Garmin haben die Funktionalität bei den angebotenen Geräten um eine Sauerstoffsättigung ergänzt.

Funktionsweise der SpO2-Messung bei einer Smartwatch

Bei der SpO2 Messung wird eine ähnliche Technik verwendet, die beispielsweise auch bei der optisch-elektrischen Messung des Pulses zum Einsatz kommt. Auch hierbei werden in der Smartwatch oder einem Fitness Tracker zwei Komponenten verbaut. Zunächst wird eine LED benötigt, die von der Rückseite des Gerätes einen Lichtimpuls versendet. Dieses Licht durchdringt für die Messung der Sauerstoffsättigung die Haut und die darunter platzierten Blutgefäße.

Ein optischer Sensor wiederum misst das reflektierte Licht. Anhand von bestimmten Algorithmen lässt sich die Sauerstoffsättigung des Blutes ziemlich genau ermitteln. Diese Methode wird auch als Pulsoximetrie (siehe Pulsoximeter) bezeichnet. Die Idee, die dahintersteckt, ist denkbar einfach. Sauerstoffarmes Blut reflektiert das Licht in einem anderen Maße als sauerstoffreiches Blut. Arterielles Blut besitzt einen hohen Sauerstoffanteil und absorbiert das ausgesandte Licht wesentlich stärker als venöses Blut, dass einen geringen Anteil an Sauerstoff aufweist.

Bei einer Sp02-Messung wird in der Regel der prozentuale Anteil des oxygenierten Hämoglobins (Hämoglobin mit einem hohen Sauerstoffgehalt) im Vergleich zum Gesamtanteil des Hämoglobins im Blut berechnet.

Für wen ist eine SpO2-Messung (Sauerstoffsättigung des Blutes) interessant?

Grundsätzlich liegt die Sauerstoffsättigung des Blutes bei einem gesunden Menschen zwischen 90 und 99 Prozent. Dabei wird dieser Wert weder vom Alter noch vom Geschlecht beeinflusst. Liegen hingegen die ermittelten Werte regelmäßig deutlich unter dieser Grenze, so kann dies ein Hinweis auf eine gesundheitliche Einschränkung bedeuten.

So kann dies auf eine eingeschränkte Lungenfunktion, einen Herzfehler, auf Asthma, eine Kreislaufstörung, Lungenhochdruck (pulmonale Hypertonie) oder COPD (chronische obstruktive Lungenerkrankung) hindeuten. Ein reduzierter Sauerstoffgehalt des Blutes kann während des Schlafes auch auf eine Schlafapnoe hinweisen. Somit kann eine regelmäßige Sp02-Messung eine durchaus sinnvolle Methode sein, um eine mögliche Erkrankung zu entdecken.

Hinweis: Sollten Sie beim Einsatz eines Pulsoximeters oder einer Smartwatch mit geeigneter Sensorik regelmäßig sehr niedrige Werte ermitteln, müssen Sie unbedingt einen Arzt aufsuchen und die erhobenen Werte überprüfen.

Eine Pulsoximetrie bzw. eine SpO2-Messung ist beispielsweise auch bei Sportlern interessant, die während oder nach einem Höhentraining den Sauerstoffgehalt des Blutes überprüfen möchten. Gleiches gilt auch für Sportarten, bei denen der Sauerstoff eine wichtige Rolle spielt (beispielsweise nach dem Tauchen oder während des Bergsteigens).

Wie oft kann das verwendete Gerät eine SpO2-Messung durchführen?

Grundsätzlich stellt sich die Frage: Für welchen Fall ist die Häufigkeit der Messung des Sauerstoffgehalts ausschlaggebend? Auch wenn aktuell viele Anbieter von Smartwatches und Fitness Trackern mit einer möglichen SpO2-Messung werben, ist die Funktionalität in der Praxis nicht immer sinnvoll. So ist die Messung der Sauerstoffsättigung meist nur für einen sehr kurzen Zeitraum möglich. Die mag als Momentaufnahme durchaus hilfreich sein, doch oft ist eher eine längerfristige Messung notwendig.

Zudem ist es wichtig, wie oft ein Messwert innerhalb der angegebenen Zeitspanne ermittelt wird. Je höher dabei die Frequenz der Messungen ist, desto genauer ist das erhobene Messergebnis. Fakt ist: Die Sauerstoffsättigung ändert sich beim Menschen permanent. Eine SpO2-Messung muss daher mit einer hohen Häufigkeit (z.B. 100 Messungen in der Minute) erfolgen, um ein aussagefähiges Ergebnis zu liefern.

Soll beispielsweise ist der Nacht eine Sauerstoffunterversorgung durch eine Schlafapnoe entdeckt werden, so ist eine manuelle SpO2-Messung mit wenigen Messwerten innerhalb von einer Minute wenig hilfreich. Nur durch einen permanenten Messzyklus (während des gesamten Schlafes) mit einer hohen Anzahl an Messungen können bei diesem Beispiel kurze Atemaussetzer entdeckt werden. Hier sollten Sie daher sehr genau schauen, ob die eigene Smartwatch technisch überhaupt in der Lage ist, diese notwendige Messdichte zu liefern.

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Kommentare

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