Skip to main content

Smarte Fieberthermometer zeigt Ausbreitung einer Pandemie

Der Ansatz ist denkbar einfach und gleichzeitig genial. Bei der Grippe ist Fieber häufig ein erstes Anzeichen der Erkrankung. So auch bei der aktuellen Corona-Pandemie. Sind nun in einer Region eine größere Anzahl von smarten Fieberthermometern im Einsatz und die ermittelten Daten werden anonym erfasst, so kann darüber frühzeitig erkannt werden, wo ein unmittelbarer Ausbruch (Hotspot) in der Bevölkerung entsteht.

Fieberthermometer Grippe VirusFieberthermometer als Datenquelle für drohende Grippewellen

Diesen Ansatz hat beispielsweise das US-amerikanische Unternehmen Kinsa Health gewählt, dass eine große Anzahl von smarten Fieberthermometern im Einsatz hat. Nutzen viele Anwender die betreffenden Thermometer, um die eigene Körpertemperatur zu messen, so werden die Daten an den Hersteller anonymisiert gesendet. Gibt es nun in einer bestimmten Region eine verstärkte Häufung von erhöhten Messergebnissen, kann dies auf eine mögliche Erkrankung in der Bevölkerung hindeuten.

Das Unternehmen hat aktuell für die USA unter der Adresse healthweather.us eine Karte freigeschaltet, die unter Mithilfe von Mathematikern und Biologen die erhobenen Daten visualisiert. So lässt sich zeitnah ein Rückschluss auf die Krankheitsentwicklung in der Bevölkerung ziehen. Aktuell lassen sich so direkte Schwerpunkte der Krankheit COVID-19 in Echtzeit auf der Karte ablesen. Zudem lässt sich über eine längere Zeit auch die Wirkung von Gegenmaßnahmen, beispielsweise das Social Distancing, ablesen.

Frühe Symptome einer Grippe lassen sich in Echtzeit ablesen

Dabei wird diese smarte Datenerhebung bereits seit mehreren Jahren durchgeführt, um die alljährliche Ausbreitung der Grippe vorherzusagen. Interessant dabei: Das Unternehmen konnte auf diesem Wege rund zwei Wochen vor den Gesundheitsbehörden die drohende Grippewelle bestimmen. Der zeitliche Vorteil liegt dabei auf der Hand. Die klassische Datenerhebung beruht auf den Daten der ansässigen Hausärzte, die erst verzögert eine Rückmeldung geben konnten. Zumal die Patienten in der Regel erst zum Arzt gehen, wenn bereits schwere Symptome der Grippe vorliegen. Hingegen greift ein Nutzer sehr schnell zum smarten Fieberthermometer, wenn die ersten Anzeichen einer erhöhten Temperatur vorliegen. Die aktuellen Daten wiesen bereits frühzeitig auf Corona hin.

So wird Fieber richtig gemessen: die besten Thermometer

Kann Big Data die Ausbreitung einer Pandemie frühzeitig eindämmen?

Grundsätzlich zeigt dieser neue Weg eine interessante Möglichkeit auf, wie eine drohende Infektionswelle frühzeitig aufgezeigt werden kann. Der klassische Weg der Nachverfolgung von Infektionsketten bei einer raschen Ausbreitung eines Virus stößt sehr schnell an seine Grenzen. Ein zeitnaher Zugriff auf anonyme Vitaldaten bei einer großen Anzahl von Nutzern führt wesentlich schneller zu eindeutigen  Erhebungszahlen.

Einen ähnlichen Ansatz verfolgt aktuell auch das Robert Koch-Institut mit dem Projekt Corona-Datenspende. Hier werden Daten von Fitnessarmbändern und Smartwatches auf freiwilliger Basis und pseudonymisiert erfasst, um mehr über die Verbreitung des Coronavirus zu erfahren.

Ein vergleichbares Projekt haben Forscher an der Universität von Cambridge entwickelt. Hier soll eine Smartphone-App den Klang der Stimme, Atemgeräusche und den Klang des Hustens analysieren und so auf eine mögliche Covid-19 Erkrankung hinweisen.

Noch effektiver scheint der Ansatz einer europaweiten Corona-Tracking-App zu sein, die aktuell in Planung ist. Dabei soll die Bluetooth-Funktion von Smartphones genutzt werden, um die Frage zu beantworten, ob der betreffende Anwender mit einer infizierten Person in Kontakt war. Ist dies der Fall, soll der Nutzer eine Warnung auf seine App erhalten. Gleichzeitig soll mit diesem Ansatz der Schutz des Einzelnen gewährt werden.

Eine Übersicht von smarten Fieberthermometern

ProdukteBezeichnungFunktionenTechnikZum Angebot
ZWW StirnthermometerSchnelles Infrarot-Thermometer mit Speicherfunktion für Erwachsene / Kleinkinder (auch im Profi-Bereich)Infrarot. Kkann die Körpertemperatur innerhalb von 1 Sekunde erfassen
Withings Thermo - Intelligentes Schläfen-thermometerThermometer für nicht-invasive Messung auf Basis von Infrarot-Technologie. Preis: ca. 90 EuroKabellose Synchronisation via Bluetooth. Thermometer verfügt eigene Mac Adresse und kann per WLAN angesteuert werden.
Wishbone WT01-T Smart ThermometerThermometer zum Messen von Körper, Umgebung und Objekttemperaturen,
Preis: ca. 40 Euro
kontaktloses Thermometer, kostenloses App (Android / iOS), Anschluss über den Kopfhöreranschluss
INSA Smart ThermometerTemperaturnahme mittels externem Thermometer.
Preis: ca. 90 Euro
Thermometer, kostenloses App (Android / iOS), Anschluss über den Kopfhöreranschluss
Bluetooth FieberthermometerMessung über speziellen Sensor. Mess­bereich: 25 bis 45°C
Preis: ca. 60 Euro
Zur kontinuierlichen Überwachung von Babies und Kleinkindern
Novelty Bluetooth Smart ThermometerSmart Thermometer Intelligent Monitor für Babies
Preis: ca. 45 Euro
Bluetooth Überwachung
CkeyiN ® Smart -ThermometerEs kann 24 Stunden die Temperatur des Babys berwachenSmart -Thermometer Intelligent Monitor für Babies. Übertragung per Bluetooth.
Oblumi OBLT12ZFieberthermometer für Smartphones, ca. 45 EuroInfrarot-Thermometer mit mehreren Anwendungs-möglichkeiten
Quelle: Amazon
Anzeige


Ähnliche Beiträge



Kommentare

Corona-Datenspende: Infektionsherde mit Fitnessarmbändern und Smartwatches finden – smartwatchz.de 9. April 2020 um 15:51

[…] dient allerdings nicht zur Nachverfolgung von Kontaktpersonen, sondern soll dabei helfen, mögliche Infektionsschwerpunkte schneller zu erkennen. Die so ermittelten Daten stellen eine Ergänzung zu den offiziellen […]

Antworten

Du hast eine Frage oder eine Meinung zum Artikel? Teile sie mit uns!

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind markiert *